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Phantom

Königsrottweiler*

  • "Phantom" started this thread

Posts: 7,311

Vorname: Monika

Geburtsdatum Hund/e: Chris 28.03.2000 / Gero 23.09.2007

Location: Moerstadt

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Thursday, January 22nd 2009, 12:45pm

Milztumor

Da mein Chris ja letzten endes vermutlich an einem geplatzten Milztumor verstorben ist, bin ich zu diesem Thema recht sensibel und lese weiterhin viel zu diesem Thema.

Hier daher mal was allgemeines von Dr. Rogalla. Ich kann es leider nicht in der Rubrik A-Z posten, daher hier. Vielleicht verschiebt es ein Admin ja noch. ich habe einfach mal die für mich besonderen Dinge des Artikel fett gedruckt. ach, ja, anmekren kann ich noch, dass bei Chris (entgegen dieses Artikels) die Blutwerte nicht unbedingt auf einen Tumor hingewiesen haben.

Ich für meine Person werde meinen Hund ab einem gewissen Alter nun regelmäßig jedes Jahr auf einen Milztumor schallen lassen, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen. Vielleicht bin ich da auch überempfindlich, aber ihr wisst ja: ein gebranntes Kind...... und es war einfach viel zu schrecklich als das ich so etwas nochmal erleben könnte...

Der Milztumor

Milztumore finden wir überwiegend bei älteren Hunden im Alter von 8 – 10 Jahren. Sie sind sehr häufig, immerhin machen sie 40% aller Bauchtumore
aus. Rüden scheinen häufiger betroffen zu sein als Hündinnen, wir finden Tumore oft beim älteren Schäferhund, AC- Hund, Dogge, Boxer und Golden Retriever.
Meistens sind die Milzveränderungen bösartig. Der Tumor ist in der Regel primär.
In der Onkologie spricht man von primären Tumoren, wenn der Ausgangspunkt der Krebsentwicklung im Organ selbst liegt,
Metastasentumore sind Tumore, die sich in einem anderen Organ entwickelt haben, der Ursprung liegt immer wo anders.
Auch wenn wir bei der Milz alle Typen von Tumoren vorfinden können (Fibro-, Lipo-, oder Leiomyo-Sarkom) , so ist der häufigst vorkommende Tumortyp das Hämangiosarkom = (malignes Hämangioendotheliom).
85% der Milztumore sind Hämangiosarkome.
Obwohl die Milz ist ein extrem stark durchblutetes Organ ist, finden wir hier selten Metastasen von anderen Organen (Krebszellen werden ja über Die Blutbahm im Körper verteilt), aber die Milz reagiert oft mit, wenn andere Organe verändert sind.
Milztumore metastasieren häufig, und zwar in Lunge, Herz, Leber und Gehirn.
Hämangiosarkom der Milz:
Die meisten Hämangiosarkome nehmen als Angriffsorgan die Milz, manchmal finden wir sie aber auch im Herzen oder in der Leber.
Milztumore sind besonders gefährlich, da sie als weiche, schwammige Masse der Milz aufliegen und sie ständig leicht in den Bauchraum bluten können (Sickerblutungen) . Diese leichten Blutungen kann der Körper noch resorbieren, doch die Tiere werden allmählich schwächer und anämisch, schlapper und unlustig.

Bei älteren Hunden sollte wegen der Häufigkeit der Milztumore (40%) die Ultraschalluntersuchung der Milz – ebenso wie die der Prostata - zum routinemäßigem Jahrescheck gehören.

Manchmal entwickelt der Krebs aber auch große Hämatome, die im schlimmsten Fall platzen können, es kommt zu starken Blutungen in die Bauchhöhle, der Blutverlust ist gravierend, die Hunde haben oft schneeweiße Schleimhäute und brechen zusammen.
Viele Tiere überleben diese Schocksituation nicht, sie sterben auf dem Weg in die Praxis, sie verbluten buchstäblich innerlich.

Erst wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat, ist er machmal auch tastbar, Umfangsverdickungen des Bauchraums (Hängebauch) sollten Sie auf jeden immer in der Praxis untersuchen lassen.
Der Ultraschall ist eine sehr effiziente und sehr schonende Methode.
Im Ultraschall lassen sich Strukturveränderungen der Milz schon sehr früh erkennen. Sie müssen nicht immer bösartig sein, aber werden Veränderungen rechtzeitig erkannt, können sie durch weitere Untersuchungen kontrolliert werden.
Größere Tumore sieht man auch auf dem Röntgenbild.
Blutwerte verändern sich bei Vorliegen von kleinen Blutungen entsprechend, so dass auch sie einen Hinweis auf einen Tumor geben können.
Sollten Laboruntersuchungen und Ultraschalluntersuchung der Milz für einen Tumor sprechen, so sollte immer sofort operiert werden.Vorher muss aber die Lunge auf Metastasenbildung geröngt werden. Denn hat der Milztumor schon deutlich in die Lunge metastasiert, ist die Prognose ungünstig und der Hund profitiert nicht mehr von der Operation. In solchen Fällen helfen wir, dass Ihr Hund noch ein schmerz- und beschwerdefreies Leben hat, so lange es möglich ist.
Die Milz wird dann vollständig entfernt (= Splenektomie). Beim bösartigen Milztumor ist die Prognose stets wie bei jeder Krebserkrankung vorsichtig zu stellen. Manche Hunde leben - auch wenn im Bauchraum keine sichtbaren Metastasen- gefunden werden, nur noch einige Monate nach der Operation. Doch das sind die statistischen Durchschnittswerte. Manche Tiere haben Glück und der Eingriff war so zeitig, dass sie die statistischen Prognosen weit überleben.
Nicht jeder Milztumor muss ein Hämangiosarkom sein, auch die prognostisch günstigeren Tumore können dem Tier große Probleme bereiten.
Die Milz kann sehr groß werden, wir haben schon fußballgroße Milztumore entfernt.
Manchmal sind die Veränderungen auch gutartig und wir haben nur eine Milzvergrößerung durch sog. Regeneratknoten oder ein einfaches Hämatom (blutgefüllte Blase in der Milz). Doch auch diese Veränderungen können lebensbedrohlich werden, wenn sie platzen. Der Hund kann an dem inneren Blutverlust genauso sterben wie beim bösartigen Tumor. Auch beim Milztumor gilt der Grundsatz wie bei allen Tumorerkrankungen, je frühzeitiger gehandelt wird, umso günstiger ist die Prognose, insofern ist es ratsam, auch die Milzuntersuchung durch den Ultraschall beim Seniorcheck durchführen zu lassen.
Abwarten ist der schlechteste Ratschlag!

Wir bieten die Ultraschalluntersuchung in unserer Praxis routinemäßig an.
(Autorin: Dr. M. Rogalla)

edit: hier der link (sorry hatte ich vergessen): www.tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/

Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. - J.W. von Goethe
Chris * 28.03.00 + 16.05.08
Gero * 23.09.2007